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Es läutet an der Türe und du stehst gerade unter der Dusche. Du hast es nicht richtig gehört und fragst dich: “hat es jetzt geläutet?”, wahrscheinlich nicht und du duscht weiter. Plötzlich klingelt es noch einmal. Jetzt weisst du es sicher, es hat geklingelt. Du springst aus der Dusche und schnappst dir das riesige Badetuch, dass auf dem Waschtisch bereit liegt. Du trocknest dich bedürftig ab, denn du willst ja keine Zeit verlieren und deine Neugierde treibt dich an die Türe. Der Rücken noch nass, das Badetuch um die Hüften gebunden rennst du die Treppe hinunter. Du öffnest die Türe und da steht er, dein bester Freund, mit einem riesen Grinsen im Gesicht und trägt einen schwarzen, prallvollen, 30 Liter Plasticksack vor sich her. Er sagt ein kurzes Hallo, läuft in deinen Flur geradewegs durch ins Wohnzimmer.

Im Wohnzimmer dreht er den grossen schwarzen Sack um und schüttet den gesamten Inhalt auf deinen wunderschönen, teuren Teppich im Wohnzimmer. Wie angewurzelt stehst du da und fragst dich was denn jetzt passiert. Nachdem du dich aus dem ersten Schock erholt hast, fängst du an den Inhalt dieses Sackes, der jetzt auf deinem Teppich liegt zu untersuchen. Du findest dort Bananenschalen, benutzte Kaffefilter mit dem dazugehörenden Kaffesatz, Papier, Plastikverpackungen, ausgedrücke Mayonaisetuben ohne Deckel, etc. etc. So ziemlich alles was in einem Haushalt als Abfall anfällt.

Was würdest du jetzt mit deinem Freund machen? Würdest du ihn umarmen, ihm sagen dass du ihn ganz toll findest, warten bis er den nächsten Sack bringt? Wahrscheinlich nicht, richtig?

Stattdessen würdest du wahrscheinlich ziemlich verärgert fragen, was dass soll, du würdes ihn auffordern diesen Dreck mitzunehmen, du würdes ihn vor die Türe stellen, richtig?

So genau dass würden wir machen, mit Menschen die ihren Müll bei uns abladen. Wie ist dass aber mit dem geistigen Müll, den Menschen täglich versuchen bei uns los zu werden. Mit Tratsch über andere, schimpfen über die Arbeit, Politik, Mitmenschen? Lassen wir nicht tag täglich zu, dass andere Menschen ihren Müll bei uns abladen?

Entscheide doch einfach selber welchen Müll du in Zukunft zulassen willst und welchen nicht. Wenn du zulässt, dass andere Menschen ihren Müll bei dir abladen, dann darfst du dich auch nicht wundern, dass du schon bald zugemüllt bist. Also Enrümpelung ist angesagt, damit du nicht zur Müllhalde wirst.

Gute Nacht, Eurer Soulrunner

10 Kommentare zu „Randerscheinungen…“

  • Tja, lieber Marco, das Thema hatte ich auch schon bei mir – leider.

    Da kann man nicht viel zu sagen. Was ich mit den Tätern machen würde, kann ich hier nicht schreiben. Ich wünsche mir, daß ich solche mal in Aktion beobachten darf, allein im Wald. Die Polizei – die eh nichts macht – würde ich nicht rufen – versteht sich.

    Besonders bitter, ich fand einmal eine solche Müllhalde und da waren sogar Briefe mit Adresse vom Täter dabei. Sehr intelligent. Und das zuständige Ordnungsamt reagierte nicht. Eine traurige Welt.

    Dennoch, ein schönes Wochenende wünsche ich Euch!

    Liebe Grüße

    Marcus

  • Geli:

    ja – NEIN sagen oder “das interessiert mich nicht”.. ist wirklich schwer. Wir leiden gerade mit einem ganz guten Freund, dessen Frau sich entschieden hat dass er nach 25 jahren ausziehen soll aus einem haus, für das er gelebt und gearbeitet hat – jetzt überschüttet uns der freund natürlich mit sorgen .. das ist ok.. aber natürlich auch mit totalem müll wie rachegedanken – teilweise völlig schwachsinnigen dingen – wir machen uns sorgen, dass er keinen blödsinn macht.. schwierig… man will für denjenigen zwar da sein, erträgt aber auf dauer diesen müll definitv nicht…..
    du hast es auf den punkt gebracht – entrümpeln ist aber gar nicht so einfach
    ps.. ich versuchs heute wenigstens mal mit meinem arbeitszimmer *g*

  • Was für ein schöner Beitrag und wie wahr. Du hast mich echt nachdenklich gemacht…

    Vor ca. 3 Jahren habe ich in meinem Freundeskreis richtig gut aussortiert, habe oberflächliche Freundschaften beendet – ich brauche keine Menschen die/der sich “Freund(in)” nennt, aber dann an den Tagen, wenn es mir schlecht geht oder ich mal Hilfe brauche nicht da sind – das sind für mich keine Freundschaften. Ich war immer da, ich habe immer zugehört, ich habe immer zugelassen, so schön wie du es sagst, dass sie mich zu müllen. Doch habe ich mal aufgeschrieen, habe ich mal meinen Müll loswerden wollen, war die Mülltonne mit einem Schloss versehen und einen Schlüssel hierzu gab es für mich nicht und ich hätte ihn mit Sicherheit auch nie bekommen. Somit RAUS aus meinem Leben…! Die sollen ihren Mülle selber behalten oder wo anders abladen aber nicht mehr bei mir, den Dreck brauche ich nicht mehr. Klar war es kein einfacher Schritt, jedoch wenn ich jetzt zurück blicke, kann ich erkennen, dass es mir ohne diese Menschen viel besser geht, denn ich lasse nur noch die Personen in meinem Leben die es ehrlich mit mir meinen, wo ich auch spüre das ich als Mensch eine Wertschätzung habe und ich auf sie zählen kann, wenn es mir mal nicht so gut geht.

    Ich kann mich deinen Gedanken nur anschließen und jedem ebenfalls nahe legen, dass es jeder auf jeden Fall den Müll aussortieren sollte, bevor man daran erstickt und zu Grunde geht… Entrümpelt euer Leben und lasst unnötige Last nicht zu. Ihr werdet sehen, dass euer Leben an Qualität gewinnt ;-) .

    Ich drück dich
    Deine Emely

  • Lieber Marco,

    man sollte erst antworten, wenn man richtig wach ist. Den ersten Kommentar bitte vergessen. :D ;)

    Bis zu einem gewissen Grad – kann man selbst zur Müllhalde werden, das stimmt schon. Wenn man sich zu sehr auf andere einläßt. Da muß jeder für sich seine persönliche Grenze ziehen. Und wer einmal die innere Zufriedenheit gefunden hat, dürfte davor relativ gut gefeit sein.

    Ein angenehmes Wochenende,

    liebe Grüße

    Marcus

  • gut geschrieben der beitrag. so ist es.

    ich weiß nicht welch verblendetes leben man führen muss um auf die idee zu kommen seinen müll in der natur abzuladen. das macht mich wütend! ich hasse das!

    mit dem geistigen müll ist es eine andere sache. der wird auch mal gerne freiwillig angenommen. einen anderen grund für die existenz von boulevardsendungen und klatschblättern kann ich mir sonst nicht erklären.

    p.s.: den geistigen müll zieh ich mir trotzdem manchmal rein, man kommt nicht daran vorbei :-(

    grüße
    daniel

  • Bodhi:

    @Daniel: GLÜCKWUNSCH du hast gerade den 150. Beitrag seit bestehen des Blogs verfasst. Eine kleines Nikolausgeschenk nachträglich für Dich. Die Abercrombie & Fitch Mütze habe ich doppelt… schick mir Deine Adresse die Mütze geht dann raus. :-)

    Gruss
    Marco

  • Echt jetzt oder was :-)
    Is ja geil, so wie 10.000 Kunde im Möbelhaus…

    Ich schick di mal meine Adresse durch, auch wenn Du mir nix schenken musst.

    Grüße, Daniel

  • Bodhi:

    Email an Dich ist raus.
    Alles weitere per Mail. ok?

  • Gerd:

    Tja ein leidiges Thema. Manchmal ist die Bezeichnung Müll auch relativ. Was für den einen Müll ist, ist für den anderen noch akzeptabel!
    Nicht immer ganz einfach!

  • @Gerd: Da hast du allerdings recht – bei jedem ist die Akzeptanz und Tolleranz ganz anders angesetzt…

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