
Satte 51 Prozent der amerikanischen TV-Zuschauer sehen sich den Super Bowl wegen der Werbung an. Das ergab eine aktuelle Umfrage. Wenn also am Sonntag, den 7. Februar, die Indianapolis Colts in Miami auf die New Orleans Saints treffen, geht es nicht nur um den Sport. Vielmehr scheint das einst wichtigste Football-Spiel des Jahres zu einer der größten Unterhaltungsshows und Werbeveranstaltungen der Welt zu werden.

Als die Green Bay Packers und die Kansas City Chiefs im Jahr 1967 zum ersten Super Bowl antraten, war das Memorial Coliseum in Los Angeles nichtmals ausverkauft, und in der Halbzeit traten die Bands der Universitäten von Arizona und Michigan auf. Das ganze wurde zwar auch live im US-Fernsehen übertragen, doch die Einschaltquoten hielten sich in Grenzen. Ein Werbespot kostete 42.000 US-Dollar. Das lag daran, dass der sportinteressierten Amerikaner liebstes Kind damals noch Baseball war.
Inzwischen ist der Super Bowl zum Quotenknüller geworden. Im vergangenen Jahr verfolgten durchschnittlich 98,7 Millionen US-Bürger das Finalspiel zwischen den Pittsburgh Steelers und den Arizona Cardinals. Das war die bis dato höchste Super-Bowl-Einschaltquote aller Zeiten. Ein Rekord, der in diesem Jahr wackeln könnte. Das Halbfinalspiel zwischen den New Orleans Saints und den Minnesota Vikings sahen im Schnitt 57,9 Millionen Menschen. Einen höheren Wert hatte es für ein Vorschlussrunden-Duell nur 1982 gegeben, als die San Francisco 49ers gegen die Dallas Cowboys gewannen.
Schon früh wurde die Werbewirtschaft darauf aufmerksam, dass der Super-Bowl hohe Reichweiten hat und somit auch große Aufmerksamkeit für ein Produkt generiert. 1984 drehte ein Computerhersteller eigens für die Partie einen Werbespot. Kosten: zwei Millionen Dollar. Ein Jahr später bewarb die Firma ihren “Extra-Spot” zuvor sogar mit Zeitungsanzeigen. 1989 produzierte ein Getränkehersteller eigens für den Super Bowl einen 3-D-Werbespot. Die dazu benötigten Brillen verkaufte die Firma vor dem Finale in ihren Sechserpacks. Bei der Werbung möchte der US-Bürger vor allem unterhalten werden. Missglückte Spots bringen Einbußen. Das setzt die Werber unter Druck, sich immer neue und kreative Lösungen einfallen zu lassen.
Kostete ein 30-Sekunden-Werbespot 1990 noch 700.000 Dollar, so stieg der Preis im Jahr 2009 auf bis zu drei Millionen Dollar. In diesem Jahr sind die Werbeeinblendungen “günstiger” zu haben. Eine Werbebotschaft beim übertragenden Sender CBS kostet zwischen 2,4 und 2,7 Millionen Dollar, und gleich mehrere Großkunden verzichten in diesem Jahr auf Werbezeit. Die Preiseinbrüche sind konjunkturbedingt. Dennoch sind die Spots immer noch die teuersten und begehrtesten im US-Fernsehen.
In diesem Jahr erreicht die Werbung sogar die Politik. Die geplante Ausstrahlung eines Spots gegen Abtreibung während des Super Bowls wird in den USA heiß diskutiert. Frauenrechts-Organisationen laufen Sturm gegen den Beitrag der konservativen Christen-Gruppierung “Focus on the Family” (Konzentration auf die Familie). In dem Spot sollen ein College-Footballstar und seine Mutter zu Wort kommen. Die Mutter berichtet darüber, dass sie ihren Sohn angeblich gegen den Rat der Ärzte zur Welt gebracht hätte.
Doch nicht nur Werber wollen beim Super Bowl profitieren, auch ein Auftritt in der Halbzeitshow ist heiß begehrt. Ziel ist es, die Popularität noch mehr zu steigern oder den CD-Verkauf anzukurbeln. Michael Jackson, Bruce Springsteen, Prince oder The Rollings Stones – sie alle waren schon dabei, und die Pausen-Shows werden von Jahr zu Jahr pompöser. Und so scheinen die Zeiten vorbei, als in der Halbzeit oder in Spielunterbrechungen mit Werbung die Kanalisation überzulaufen drohte, weil halb Amerika auf die Toilette ging. Heutzutage warten jung und alt gebannt auf die Werbespots und vertilgen dabei Unmengen an Chips und Bier. Deren Verkaufzahlen steigen in den Tagen vor dem Super Bowl jedenfalls stark an. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Amerikaner dann letztlich doch noch das Spiel ansehen.





Willkommen in dieser Welt.Viel mehr habe ich da ausnahmsweise mal nicht szúschreiben denn mir geht dieser ganze Werbeshitt ohnehin ziemlich auf n Sack und somit am Arsch vorbei. eintschuldige bitte diese Wortwahl aber das triffts halt einfach am Besten.
PS: habe dir auch ne Nachricht in der Liga zukommen lassen.
Dein Marcel.
Brot und Spiele – das ists was hier geboten wird
) .. ich schaue übrigens wenn möglich ebenfalls Superbowl – weil ich die Begeisterung der Leute irgendwie scarry finde und weil ich endlich wissen will, wie das verdamte Spiel funktioniert ..