
Was ist Soulrunning? Diese Frage habe ich jetzt schon ein paar mal gestellt bekommen. Mit diesem Artikel versuche ich ein wenig den meinigen Begriff zu umschreiben bzw. zu erklären. Es spiegelt meine ganz persönliche Meinung und Sichtweise wieder.
Soulrunning ist für mich nicht nur ein Begriff sondern in letzter Zeit vielmehr eine Lebenseinstellung. “Soul” die “Seele” läuft bei mir mit. Das heisst das ich laufe weil ich es kann und nicht weil ich es muß. Viele Menschen die Laufen betrachten das Laufen als Mittel zum Zweck. Laufe ich dann nehme ich ab, senke meinen Blutdruck usw., aber warum dann laufen wenn ich nur deswegen die Schue schnüre?
Genauso verhält es sich mit den ganzen Trainigsplänen und das ganze stupide dran festklammern. Mir wird ganz komisch im Magen wenn ich mich daran zurück Erinnere das ich früher die Laufschuhe geschnürt habe weil es im Trainingsplan stand. Oh man wie Engstirnig war man früher.
Wenn ich laufe dann entspannt sich mit der Zeit mein ganzer Körper und mein Geist nimmt sich den Raum und Platz den er braucht und gerade für nötig hält. Es ist eine wunderbare Gabe des Menschen sich auf seinen zwei Beinen fortzubewegen, aber der Großteil der Menschenn nimmt es nicht mehr wahr. Der Großteil der laufenden Minderheit wird aber auch immer mehr bzw. gleich zu Anfang von der Laufindustrie in ihren Bann gezogen und dort malträtiert. Fast 80% aller Läufer und fast 92% aller Laufanfänger haben auf einmal irgendwelche Fußfehlstellungen die mit teuren Laufschuhen aufgefangen werden müssen. Mir kommt da die Galle hoch. Das sturre 1×1 der Laufschuh-Verkäufer ist in jeden Laden gleich. Da steckt meiner Meinung nach System hinter. Aber ist ja auch klar, die Laufschuhindustrie muß ihre hohen Entwicklungskosten ja auch irgendwie reinholen. Wäre doch schlimm wenn nicht mindestens jedes Jahr eine Neue Technologie im Schuhsektor auf den Markt kommt.
Ich habe als Laufanfänger auch gleich einen Schuh von Asics, nach langer Laufbandanalyse, für Überpronierer aufs Auge gedrückt bekommen. Was soll ich sagen… nach drei Jahren hat sich mein Zustand so verschlimmert das ich 2005 fast das Laufen aufgegeben habe. Meine Frau meinte dann das ich einfach mal einen Neutralschuh ausprobieren sollte. Sie hatte es damals eher als Scherz gesagt. Aber ich kaufte mir einen Neutralschuh und ging nach mehr als 18 Monaten laufpause wieder laufen. Ich hatte nach den 10 Kilometer keinerlei Schmerzen und fühlte mich wohl.
Seitdem laufe ich nur noch Schuhe die meinen Natürlichen Bewegungsablauf im Fuß oder Gelenk nicht beeinträchtigen. Ich laufe jetzt sogar Strecken von bis zu 15 Kilometer Barfuß.
Der Mensch ist zum Laufen geboren und sollte auch wieder dahin zurückfinden. Er sollte sich wieder mit Spaß daran erinnern das wir Lauftiere sind und sollte auch mit Spaß raus in die Natur gehen und einfach laufen. Ab und zu mal ein flottes Fahrtspiel am Berg oder einfach nur auf flacher Ebene Tempo machen. Man braucht keine Pläne um Fortschritte zu erreichen. Man braucht nur den Willen und die Lust (Spaß an der Sache) sich zu bewegen.
Soulrunning ist… wenn man läuft ohne es zu merken, wenn man mit der Zeit nur noch sich und seinen Körper hört, wenn man eins mit der Umgebung wird, wenn man einfach lebt!

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Apr.6,2010



Hi Marco,
zum Laufen selbst muss ich ja nichts mehr schreiben, Du kennst meine Einstellung. Außerdem beschreibst Du sowieso meine und ich Deine Denkweise, wir würden uns also allenfalls ergänzen.
Was die Schuhe angeht, so hast Du absolut recht. Auch ich wurde MEHRFACH völlig falsch beraten.
Das Resultat war Shin Splint der übelsten Sorte über einen Zeitraum von über 8 Monaten!!!!! Dieser zwang mich dann zu zweimal drei Wochen Laufpause, und was wurde mir von den Ärzten empfohlen? Schonung und als Krönung des ganzen sollte ich noch Einlagen bekommen, unglaublich! Heute weiß ich, dass dieses Problem hausgemacht war und die “ärztliche” Beratung der absolute Wahnsinn.
Ich habe mich damals gefragt wo das Problem herkommen könnte, was ich AKTIV dagegen tun könnte und entsprechend gehandelt.
Ich schaffte als erstes die Schuhe mit Unterstützungselementen und übermäßiger Dämpfung ab, belaß mich in Sachen Gymnastikübungen und handelte entsprechend, sorgte für abwechselnde Belastungen beim Laufen und siehe da, der Shin Splint verschwand innerhalb weniger Wochen. Und das, obwohl ich mitten in der Vorbereitung auf meinen ersten 100er war und die Laufumfänge gesteigert habe!!!!
Was hat mich das gelehrt?
1. Schonung bringt nichts, absolut gar nicht!
2. Weg von den Hightech-Schuhen hin zu neutralen Wettkampfschuhen. je weniger Dämpfung und Unterstützung, desto besser!
3. Mehr Abwechslung beim Laufen
4. Einlagen sind Gift, verschlimmern nur die Sache. Warum? Ganz einfach, weil sie die Fehrhaltung/ Stellung nur noch unterstützen anstatt ihnen entgegen zu wirken!
5. Kraftübungen für Fuße und Waden sind unbedingt nötig und werden TÄGLICH gemacht
6. Aufkommende Schmerzen/ Probleme werden erkannt und entsprechend gehandelt.
7. Verabschiedung von Trainingsplänen, hin zu körperorientiertem Laufen. Niemand außer dem mein eigener Körper weiß was ihm zuzumuten ist, höre und verstehe ihn, Punkt!
Seit ich das so handhabe laufe ich völlig frei von Verletzungen oder sonstigen Wehwehchen. Noch Fragen?
Soulrunning forever,
Steffen
jupp, daß kann man soweit unterschreiben. trainingspläne sind auch nicht so meines, da sind wir uns einig, allerdings scheinst du eine bessere langstreckeneignung zu haben als ich.
das der meNsch zum läufer geboren ist glaube ich nicht.
jupp, daß kann man soweit unterschreiben. trainingspläne sind auch nicht so meines, da sind wir uns einig, allerdings scheinst du eine bessere langstreckeneignung zu haben als ich. dem liegt vielleicht auch eine gewisse genetische grundlage zugrunde.
das der mensch zum läufer geboren ist glaube ich nicht. eher zum sprinter auf kürzeren einheiten oder zum langstreckengeher. bestimmt aber nicht zum läufer über langdistanzen.
lg
daniel
Gut formuliert, Marco – so in etwa dachte ich mir das. Ich kann da eigentlich auch nicht viel antworten. Ich lustwandele auf diesem Weg schon lange. Trainingspläne? Ergeben für mich keinen Sinn. Laufbandanalyse? Nie gemacht, interessiert mich nicht. Teure Superschuhe? Albern. Ich kriege die teuersten Schuhe genauso schnell kaputt – wie irgendwelche günstigeren Modelle, bei mehr als 4500 Jahreskilometern kein Wunder. Die ganze “Laufszene” blende ich weitgehend aus. Aber was solls, es muß auch Läufer geben, die das Gegenteil von uns sind, Zeitenfreaks mit teuren Schuhen etc. – als Adressaten der Laufindustrie.
Ich kann darüber nur müde lächeln und verschwinde im Wald und besuche meine Waldbewohner. Laufend. Täglich.
Jeder muß das machen, was ihn glücklich macht. Ich ziehe meins durch, der Rest ist mir egal. Wobei ich mich aber durchaus über Erfolg von anderen Personen freue (die mir näher stehen). Schließlich war ich selbst mal so.
Weiter so, ein schöner Weg, paß auf Dich auf.
Liebe Grüße
Marcus
P.S. Du darfst ruhig auf meinen Kommentar antworten.
@Marcus: Ja deine Einstellung kenne ich sehr gut und sie gefällt mir.
Ich sehe mich zur zeit noch als Grenzgänger bzw. Zwischending. Ich bin bewege mich noch auf Wegen der Allgemeinheit weil ich wohl noch einige meine (unsere) Dinge näherbringen möchte. Auch wenn es schwer ist weil niemand daran glaubt das man dadurch ernsthaft besser wird bzw. sich besser fühlt.. Alles und Jeder will sich nur über Pläne und Skalen definieren.
Aber es wird nicht mehr lange dauern da habe ich dann auch das abgelegt.
Es ist sehr mühselig gegen immer die gleichen Argumente anzukämpfen. Man wird eher mit der Zeit als Spinner belächelt, aber das geht mir nicht nahe.
Irgednwann lächle ich die Personen beim laufen an.
Zitat: “Die Muskeln in meinen Körper fühlten sich weich und entspannt an, wie ein Experiment in funktioneller Musik”
-Richard Brautigan-
Alle definieren sich nicht so. Pläne, Skalen etc. interessieren mich nicht. Und mal angenommen mich würde das interessieren, stünde ich sowieso alleine da. In meiner Umgebung fällt mir niemand ein, der das gleiche mit dem gleichen Ergebnis praktiziert.
Wie dem auch sei, ich glaube Dir das. Schon deshalb, weil mir das einst ähnlich erging. Meine Laufphilosophie diskutiere ich auch nicht (mehr). Das habe ich mir längst abgewöhnt, da es sowieso keiner nachvollziehen kann. Wie auch. Und als Verrückter belächelt zu werden, ist doch toll. Ich lächele dann immer mit und spätestens, wenn ich die Körper vergleiche, weiß ich, welcher Weg besser ist.
Gehe Deinen Weg, laß Dich nicht abhalten, von den Unwissenden, Neidern etc. – tue das, was Du für richtig hältst. Das Leben hat Recht. So oder so.
Alles Gute,
Marcus
Waaas gleich 15km barfuss ?? Respekt – ich glaub eh, dass ist das beste – werd gleich mal wieder meine barfusslaufschuhe…ganz ohne ist nix für mich rauskramen diese woche !
Du machst das richig…mehr kann ich gar nicht dazu sagen.
Na das nenne ich doch mal einen schönen Bericht. Aber man sollte den meisten Anfängern die gleichen Fehler zugestehen wie Du sie gemacht hast. Ich denke das gehört einfach dazu um das Laufen wirklich zu Lieben.

Man muss es mit Leib und Seele verinnerlichen zu Laufen. Aber da hast Du bei meinen Vorrednern ja schon einige Paradebeispiele.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall weiterhin viel Freude am Laufen.
See you in Weeze!
@Geli: Danke und viel Spaß beim Barfuss Platschern!
@Gerd: ja Fehler sollte man jeden zugestehen ABER… wenn es an die Gesundheit geht sollte man Vorbeugen und den Novizen schon erklären das nicht alles Tutti ist was die Großen Konzerne der Laufschuh-Industrie erzählen.
Freu mich auf Weeze !!!
@Marcus: “das leben hat Recht, so oder so!”
Ein wirklich schöner Spruch.
Danke und viel Spaß heute beim Lauf.
Morgen kommen vielleicht die Froschbilder
(Du weisst sicher was ich meine)
Viel Glück und Erfolg!
Mit quakenden Grüßen,
Marcus
Hallo Bodhi,
ein schönes Veto für’s Laufen, ja für das Leben! Ich beschäftige mich auch schon sehr lange damit und bin auch der Meinung, dass wir wieder zurück finden müssen zu unseren Ursprüngen. Zur Natürlichkeit des Laufens. Denn das Laufen ist uns angeboren, es ist uns gegeben. Ein Geschenk zum Leben, zum Überleben. Und unsere Füße sind nicht gemacht für die heutigen Hightech-Schuhe. Es geht auch ohne.
Nun, ganz barfuß schaffe ich nicht. Da bin ich noch zu empfindlich. Aber in ganz einfachen Barfußschuhen (es reichen Aquaschuhe) bin ich sogar schon mal einen Marathon gelaufen. Danach waren einige bis dahin fast chronische Fußprobleme vollkommen verschwunden.
Z.Zt. probiere ich sämtliche meiner, auch alter, Schuhe ohne Einlegesohlen aus. Ich bin begeistert. Es läuft sich viel angenehmer. Teilweise ist es fast wie barfuß.
Ich wünsche Dir weiter viel Spaß, Seelenläufer!
Liebe Grüße
Ramona
Hallo Ramona,
schön das du dich mal wieder hast Blicken lassen.
Ja ich kann dich verstehen, mir erging es ebenso. das Barfuss oder fast Barfuss laufen ist eine einzige Wohltat für die Füsse.
Einen Marathon wie du in kompletten Neutralschuh bzw. fast Barfuss ahbe ich noch nicht geschafft bzw. ausprobiert.
Viele Grüße
Marco
Das war auch nicht ganz freiwillig. Ich hatte einfach nur meine Laufschuhe zu Hause vergessen. Da der Lauf nicht auf Asphalt, sondern auf Naturwegen erfolgte, ging das auch. Ich hatte lediglich Probleme mit den etwas größeren Steinchen auf dem Weg. Es ist schon besser, seine Füße längerfristig auf so etwas einzustellen.
)
Wer immer in hochhackigen Schuhen geht, kann auch nicht plötzlich von einer Minute zur nächsten täglich in Badelatschen rumlaufen.
Mir gefällt Deine Seite, Bodhi! Leider kann ich nicht regelmäßig bei allen meinen Lieblingsseiten vorbei schauen. Aber, ich geb mir Mühe.
Dir und Deiner Familie alles Gute!
Ramona