Von meinen Lieben habe ich zum Vatertag einen Halbmarathon geschenkt bekommen. Also habe ich heute zum ersten mal den Halbmarathon in Hagen Emst in Angriff genommen.
Heute war die 43. Ausrichtung des Internationalen Emster Halbmarathon.
Bei regnerischem und sehr kühlen 5 Grad reihte ich mich kurz vor 10.00 in die Startaufstellung ein.
Startschuss. Das Feld bewegte sich aus Emst heraus in Richtung Haßley, wo es ländlich wurde und die Strecke zwischen Feldern und dem Steinbruch entlang führte, bevor der Wald des Naturschutzgebietes die bunte Meute verschluckte. Nun wurde es profiliert. Über aufgeweichte, matschig-rutschige Wald- und Wiesenwege mit Steinen und Wurzeln ging es knapp 100 Höhenmeter bergab Richtung Holthausen. Hier schlug dann auch zum ersten mal meine Stunde. Der Downhill-Junkie war wieder in seinen Element. Ich schoss nur so an den vor mir laufenden Teilnehmern vorbei.
Jetzt wurden wir erst leicht, dann stärker bergauf über Nebenstraßen auf den Raffenberg Richtung Märchenwald geschickt, bevor es dort wieder in den Wald ging.
Im Wald ließ es sich dann auf leicht welliger Strecke wieder ganz gut laufen. Das Feld hatte sich in meinem Tempobereich schon etwas entzerrt. Überholvorgänge waren selten.
Den Verpflegungsstand Nähe Wesselbach erreichte ich nach ungefähr 55 Minuten. Ein Betreuer meinte, dass ungefähr die Hälfte geschafft sei. So hatte ich wenigstens mal einen kleinen Anhaltspunkt, denn Kilometermarkierungen gab es leider nicht. Hinter dem Verpflegungspunkt ging es kurz etwas steiler bergauf.
Ein Läufer, der sich auskannte, meinte, dass noch ein paar dieser Anstiege kommen würden. Er hatte Recht. Immer wenn ich dachte, jetzt langsam oben zu sein, kam wieder ein Anstieg. Und so lief und schlitterte man sich nach und nach von 100 Meter in Holthausen auf ungefähr 455 Meter über Null im teils nebligen Wald, bevor es wieder, am Windrad in Brechtefeld vorbei, wellig, aber mehr bergab, über offeneres Gelände und asphaltierte Straßen Richtung Staplack ging. Die Autobahnunterführung am Staplack läutete die letzten 2,5 Kilometer ein.
Eine kleine Anmerkung sei noch zu erzählen: Nachdem wir aus den Wald in Brechtefeld kamen und an einen riesigen Feld vorbeiliefen sah ich einen Großen Bussard der seine Kreise zog. Er stürzte immer mal wieder runter und griff sich eine Maus. Ein einzigartiges Schauspiel der Natur was ich auch meinen Mitläufern rechts und links neben mir vermitteln wollte. Aber was war die Antwort? “Och ja ein Vogel und?”
Ähhh… was geht ab Leute, habt ihr den Sinn des Lebens und des Laufens in der Natur verloren. Das hat mir mal wieder gezeigt und Bestätigt das meine Soulrunning Philosophie für mich das Richtige ist. Liebe vier Mitläufer vom heutigen Tag ihr tut mir einfach Leid. So das war es jetzt mit Negatives Zeugs.
Ein paar Meter weiter führt die Strecke wieder in den Emster Park, vorbei zwischen Spielplatz und alter Schule. Vor mir nichts, nach mir nichts. Ein Endspurt musste nicht sein, zügig laufen tat’s auch. Ich wollte nichts mehr riskieren und die TorTour de Ruhr in 16 Tagen in Gefahr bringen. Den ein unnötiger Endspurt hätte vielleicht meinen rechten Oberschenkel wieder mucken lassen.
Im Ziel drückte ich die Stoppuhr nach 01:45:39 Std. und nahm die Medaille als siebter entgegen. In Anbetracht der Streckenverhältnisse war ich zufrieden mit der Endzeit. Ganz so profiliert (485 Höhenmeter) hatte ich die Strecke nicht erwartet.
Fazit: es war ein schöner, empfehlenswerter, aber recht anstrengender Landschaftslauf, der auch Stellen in den Beinen ansprach, die bei normalen Läufern sonst nicht so oft gebraucht werden. Als Trailrunner der täglich in den Wäldern rumspringt ist mir das Geläuf sehr vertraut und ich habe keinerlei Muskuläre Probleme am heutigen Abend.
Hier noch ein paar Bilder:
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Mai.13,2010


Hmmm, hab ich das oberste Bild nicht vorhin schon mal bei Facebook gesehen? Ein Freund hat diesen Kommentar drunter gesetzt:
“scheiß Freak! Glückwunsch
”
Wenn wir uns kennen würde, hätte ich was ähnliches gesagt – denn dann wüßtest Du, wie es gemeint ist. So aber belasse ich es mal “nur” bei “Glückwunsch”. Aber ein Freak biste schon auch…
Ein schöner Lauf, mit einem grandiosen Höhepunkt! Ich meine den Bussard. Vermutlich wäre ich stehen geblieben, um das Schauspiel zu beobachten – wäre dann aber auch nicht Siebter geworden.
„Och ja, ein Vogel…“ *lacht* Ja, das sind sie, die üblichen Läufer. Aber jeder wie er mag. Der Sinn für die Natur ist den Menschen schon längst abhanden gekommen. Wenn ich an die Ölkatastrophe denke, da werden Millionen Lebewesen sterben und die Narren faseln von wirtschaftlichen Schaden. Das ist krank. Aber ich schweife ab.
Ein schönes Wochenende,
liebe Grüße
Marcus
@Marcus: ja der Bussard war wirklich der Höhepunkt. Wie er steil nach unten schoss und sich die Mäuse holt. Er legte sie übrigens einige Meter weiter wieder ab. Hat ihnen wohl nur kurz das Genick durchgebissen um dann wieder die nächste Maus zu holen. Stehenbleiben brauchte ich nicht den es war ein sehr langgezogener Feldweg. Ich hatte fast 4 Minuten Zeit das Schauspiel zu beobachten.
Zur Ölpest äußer ich mich lieber nicht den dann wird es dreckig.
lieber GRüße
Marco
da ham sich ein paar andere sicherlich mächtig quälen müssen bei den verhältnissen !!
@Geli: ja da waren einige ziemlich am kämpfen.
Aber es hat jeder ins Ziel geschafft, ich glaube es hat nur einer aufgegeben… also doch nicht alle
Lieber Bruder,
herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung, ganz besonders in dem Wissen, mit welchen Problemen Du es in der letzten Zeit zu tun hattest. KAMPFSAU!
Und das Du ein Soulrunner bist und wir absolut gleich ticken zeigt mir einmal mehr Deine Anmerkung über den Bussard. Das sagt einfach alles, wir haben Immer einen Blick für die Natur, egal wie hart oder anspruchsvoll es auch ist.
Ich bin saumäßig stolz auf Dich, weißt Du das?
Jetzt kann Dein 100er kommen, da mache ich mir keine Gedanken mehr, und eines lass Dir gesagt sein, wir werden an diesem für Dich ganz besonderen Tag auf jeden Fall im Geiste bei Dir sein und Dich unterstützen,
Dein stolzer Bruder
@Steffen: Danke Bruder das tut gut.
Ja es gibt Menschen die haben den Sinn für so einiges verloren… Aber warum?
Das ist eine schöne Frage für wein Blogthema. Vielleicht nach meinen 100er wenn ich genug Ziet habe zu senieren… ich meine beim 100er Lauf
Schön gesagt im übrigen “egal wie hart und anspruchsvoll – wir haben immer einen Blick für die Natur”
Danke das trifft es auf den Punkt.
liebe Grüße an euch beiden
Brother Bodhi
In diesem Jahr reichte die Form nicht, aber vor ein paar Jahren bin ich den auch mal gelaufen und kann die Streckenbeschreibung gut nachvollziehen. Allerdings gab es damals – vor Kyrill – mehr Wald und weniger Fernblicke.
Für mich war das damals ein Lauf durch die Kindheit, da ich da oben ein paar Jahre verbracht habe und auch auf die Grundschule am Park gegangen bin.
(Irgendwo auf meiner Homepage ist übrigens noch ein Bericht dazu)
Platz 7 ist ‘ne prima Leistung. Und die Zeit auch, denn der Lauf hat es wirklich in sich.
Glückwunsch, Marco!
@Stefan: Schade ich hatte eigentlich mit dir am Start gerechnet weil ich wusste das du dort ein paar Jahre gelebt hast. Was macht dein Training? Ist die TTdR bei dir drin oder machst du sie nicht mit.
Gruß
Marco
Hey, das ist doch mal ein schönes Geschenk was du da bekommen hast.
Mein erster Eindruck vor dem lesen beim betrachten der Bilder war, Du auf Asphalt mit den Schuhen??? geht doch gar nicht…
Aber die Frage wurde ja dann von einem schönen und interessanten Bericht von dir auch sofort aufgeklärt.Das die Leute denen du kurz versucht hast den eigentlichen Sinn unseres Sportes zu vermitteln nicht oder vollkommen unangemessen reagiert haben zeigt wie sehr es sich in dieser Geselschaft nur noch um Fakten und weniger um die eigendliche Schönheit dreht.
Wir können froh sein das wir das zum Glück ein wenig anders sehen. Ohne die Liebe zur Natur wärhre ich wohl auch niemals zum Laufsport in dem Ausmaße gekommen wie ich ihn nun mit wachsender Begeisterung betreibe. Und einer der Gründe waren schon die gazen letzten Monate deine traumhaften Erfahrungsberichte in denen du sehr liebevoll dein Erlebtes wieder gibst. Und am Ende deines Wettkampfes dann auch noch einen hervorragenden 7. Platz zu belegen ist doch ne geile Sache.
Meinen Glückwunsch dazu.
Liebe Grüße
Marcel
@Marcel: Ja fand ich auch, das Geschenk kam unverhofft. Ich fand es toll von den Lieben.

Ja eigentlich wird man geteert und gefedert wenn man mit Salomon Schuhen auf Asphalt läuft
Ich hoffe der Gripmaster liest hier nicht mit und sieht die Bilder.
Aber es waren ja nur ein paar Meter auf Asphalt… der Rest schön Trail im Matsch!!!
Marco, wenn man das liest, merkt man schnell: das war ein Lauf ganz nach deinem Geschmack. Hast du ja souverän gemeistert, “nebenbei” noch den Blick für die Schönheiten unserer Natur – perfekt! Glückwunsch, großartige Leistung. Und du siehst sehr entspannt aus auf dem Foto.
@Marek: Danke und ja ich war am Ende sehr entspannt. Es hat einfach Spaß gemacht in der Natur mal wieder einen Wettbewerb zu bestreiten.
was hast du in den letzten 3 wochen gemacht? im vergleich zu den strongmanbildern wirkst du richtig erschlankt! glückwunsch zur top10-plazierung!
@Chris: ich habe versucht weniger zu fressen und mehr trainiert. Waren bis jetzt 3,2 kg an Gewicht!!!
Aber da muß noch einiges runter, auf den Bildern vom Strongman sehe ich ja schrecklich aus.
Gartulation zum 7 Platz
– das hast du supi gemacht. Ich denke, dir hat die Zahl auch glück gebracht (289, ich bin am 28.9. geboren
) Es kann nur daran gelegen haben
. Schön dass deine liebsten dir das zum Vatertag geschenkt haben. Sie wissen eben was du magst und was dir gut tut.
Wünsche dir und deiner Familie eine schöne Woche.
Liebes Grüßle
Deine Emy
@Emely: Danke für die Glückwünsche und schön das du mal wieder vorbeigeschaut hast. Wünsch Euch beiden schöne Pfingsten.