SOULRUNNER

Soul in the Woods

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Soulrunner meets Grimbart

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Die Natur ist in ihrer Einmaligkeit unantastbar. Das durfte ich mal wieder hautnah erleben. Der letzte Traillauf in meinen Wäldern bescherte mir zum Ende hin eine einzigartige Begegnung mit den Grimbart.

Wer den Ausdruck nicht kennt. Grimbart ist der DACHS. Meine Strecke begann am späten Abend (20:35 Uhr) und sollte mich wieder über die Hasper Höhen zum Segelflugplatz und von dort zur Hasper Talsperre führen. Die Luft war angenehm kühl und der Wald roch nach warmen Boden und Staub. Die besten Vorrausetzungen um einen schönen langen Trail zu laufen. Malcolm mein englischer Labrador durfte ja nicht fehlen. Er ist absolut zuverlässig und hat keinerlei Jagdtrieb in seiner Seele. OK er schaut schon ziemlich geil aus den Augen wenn wir mal wieder Rehe, Hasen oder Wildschweine auf unseren Streifzügen treffen. ABER …. er bleibt bei mir bzw. er bleibt wo er ist und rennt den Tieren nicht nach. Ein toller und mein Liebster Begleiter beim Laufen in der Natur.

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Wir also frisch und munter durch die Wälder. Die Sonne verabschiedete sich so langsam und bescherte uns einen wunderschönen Sonnenuntergang an meiner Wurzeltreppe im Wald. Meine Wurzeltreppe ist ein ganz schmaler Singletrail in der tiefsten Natur Hagens. Er ist auf einer länge von ca. 250 Meter Bergauf oder Bergab mit Baumwurzeln übersät die aussehen als wenn es mehrere Treppen wären. Wunderschön dort zu laufen. Kurz im Augenwinkel nahm ich eine Bewegung war und staunte nicht schlecht als rechts von mir, keinen Meter entfernt, ein stolzer Bussard auf einen Ast hockte. Er schaute mich nur kurz an und schwang sich dann in einer prächtigen Bewegung vom Ast und in die Höhe. Die erste Grandiose Tierbeobachtung an diesen Abend, aber wie gesagt die Sonne färbte den Himmel rosarot und ein kühler Wind kam auf. Unten an der Talsperre angekommen nahmen wir den linken Weg und liefen nach bis kurz vor Zurstraße. Von da ging es dann die gleiche Strecke wieder zurück.

So gegen 22:00 Uhr kam ich dann wieder am Segelflugplatz Hagen Hof-Wahl an. ES dämmerte jetzt richtig und man mußte aufpassen wo man sein Fuß hinsetzt. Malcolm bekam auf einmal spitze Ohren und sein Blick richtete sich nach vorne. Ich wusste sofort das er was gewittert hatte. Ich schaute in seine Richtung und sah zwei kleine Bambis im Brusthohen Gras stehen. Sie hatten wohl gerade das Abendbrot begonnen und erschraken ein wenig vor uns weil wir so lautlos an ihnen angelaufen waren. Mit den FiveFingers läuft man im Gelände auf Waldboden sowas von lautlos das man sich an den Tieren richtig anschleichen kann. Jetzt weiß ich auch warum die Indianer immer ihre Mokassins anhaben. ;-)

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Wir beide sahen noch wie sie sich schnell verdrückten und über den fast 1,60 Meter hohen Zaun vom Segelflugplatz sprangen. Mit einer Leichtigkeit hoben die beiden Tiere vom Boden ab und standen förmlich in der Luft. Es sah stark aus wie sie da so in den letzten Lichtstrahlen über den Zaun sprangen.

Das waren dann also unsere Tierbegegnungen Nummer zwei und drei am heutigen Abend. Das Highlight sollte aber nicht lange auf sich warten lassen. Nachdem die Bambis außer Sichtweite gelaufen waren setzten Malcolm und ich unseren Lauf fort. Nur knapp 500 Meter im Dichten Wald raschelte es ziemlich lautstart rechts von uns. Ich sah nur einen grau/weißen Schwanz aus den Busch gucken. Sonst nichts zu sehen. Ich dachte erst es wäre eine der Wildkatzen die sich neuerdings bei uns in den Wäldern rumtreiben. Aber auf einmal schaute mich eine spitze grau/schwarze Schnauze aus den Gebüsch an. Ich dachte ich sehe nicht richtig, keine 80 Zentimeter vor mir stand ein ausgewachsener Dachs. Solch ein prächtiges Tier hatte ich bisher nur in Büchern oder im TV gesehen. Ich bekam vor Aufregung eine Gänsehaut. Der olle Grimbart schaute uns ca. 10 Sekunden an und hielt seine Schnauze in die Luft. Jetzt schnupperte er wohl auch Malcolm und nahm sofort seine kleinen Beine in die Hand. :-)

Ich könnte mich noch heute über diesen Anblick beömmeln. Der Dachs im flotten Speed über die nahe Waldlichtung und dabei mit seinen dicken Popo am wackeln. Was für ein Bild.

Als er außer Sichtweite war nahm ich noch ganz benommen dieser einzigartigen Begegnung meinen Lauf wieder auf. Es ging mir nicht mehr aus den Kopf und ich redete beim laufen mit mir selbst wie geil es doch gewesen ist einen Dachs so nah und in freie Natur erleben zu dürfen.

Im Bett konnte ich den Abend ziemlich schlecht einschlafen da ich immer das Bild des Zusammentreffens vor Augen hatte.

Das sind solche Begebenheiten die das Soulrunning in der freien und einzigartigen Natur unbeschreiblich schön machen.

Hier noch ein paar Infos zum “TIER DES JAHRES 2010”

Quelle: NABU

Schwarz maskierter Regenwurm-Jäger

Der Dachs ist „Tier des Jahres 2010“

Dachs

Auch wenn er in vielen Regionen Deutschlands weit verbreitet ist, seine Bauten in kaum einem Wald fehlen, haben den nachtaktiven Dachs wohl nur die wenigsten Naturfreunde schon leibhaftig zu Gesicht bekommen. Viele kennen ihn bestenfalls ausgestopft oder von den weichen Rasierpinseln, deren Haar allerdings meist aus asiatischen Dachszuchten stammt. Um den Dachs bekannter zu machen, hat ihn die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild (SDWi) nun zum „Tier des Jahres 2010“ ausgerufen.
Mit 80 bis 90 Zentimetern vom Kopf bis zur Schwanzspitze ist der grau gefärbte Dachs mit den typischen schwarzen Gesichtsstreifen nicht viel größer als der Rotfuchs. Der Körperbau von Meister Grimbart ist aber breiter und gedrungener als bei Reineke und so bringen gut genährte männliche Dachse bis zu 15 oder gar 20 Kilogramm auf die Waage, während Füchse nur auf sieben Kilo kommen.

Allesfresser mit Winterpause

Junger Dachs

Dachse sind Allesfresser. Ob Beeren oder Wurzeln, Regenwürmer oder Heuschrecken: Kaum etwas, das ihnen auf ihren nächtlichen Streifzügen vor die geruchsempfindliche Nase kommt, wird verschmäht. Für die kalte Jahreszeit fressen sich die Dachse ordentlich Speck an, so dass sie bis zu drei Monaten ohne Nahrung auskommen können. Zurückgezogen im frostfreien Bau, halten sie keinen Winterschlaf, sondern lediglich eine je nach Witterung mehr oder minder lange Winterruhe.

Dachse leben vorzugsweise in Laub- und Mischwäldern, kommen aber auch in Parks und in heckenreichen Feldfluren vor. Wichtig für die Höhlenbauer ist der Boden, felsiger Untergrund oder lockerer Sand sind ebenso ungeeignet wie grundwasser- oder überflutungsgefährdete Regionen. Dachse haben an den Vorderpfoten lange Klauen, mit denen sie hervorragend graben können.
Unterirdische Mehrfamilienhäuser
Bis zu fünf Meter tief reichen die über mehrere Eingänge zugänglichen Wohnkessel. Im Laufe der Zeit werden die unterirdischen Wohnungen von Dachsgeneration zu Dachsgeneration erweitert, so dass das System hunderte Meter lange Gänge und zig Wohnkessel umfassen kann. Neben mehreren Dachsfamilien finden dann auch Füchse im Dachsbau Platz.
Fast wäre dem Dachs die enge Verbindung mit dem Fuchs zum Verhängnis geworden. Als in den 70er Jahren zur Tollwutbekämpfung allerorten Fuchsbauten vergast wurden, fielen dem auch viele Dachse zum Opfer. Inzwischen haben sich die Dachse aber nicht nur in Deutschland wieder gut erholt. Unser heimischer Dachs mit dem wissenschaftlichen Namen Meles meles besiedelt das gesamte europäische Festland bis zum Polarkreis, außerdem die gemäßigten Breiten Asiens bis nach Japan.
Synchronisierte Geburt im März

Dachsspur im Schnee

Dachsspur im Schnee

Zoologisch betrachtet, ist der Dachs der größte unserer heimischen Marder. Im Februar oder März bringt die Dächsin bis zu fünf Junge zur Welt, meist sind es zwei. Die Tragezeit ist unterschiedlich lang, denn je nach Zeitpunkt der Empfängnis tritt eine sogenannte Keimruhe ein, so dass am Ende der Nachwuchs bei allen Dachsen exakt zur „richtigen“ Jahreszeit zum Winterende hin geboren wird. Die zunächst rein weiß behaarten und blinden Jungtiere werden zwei bis vier Monate lang gesäugt und verlassen unter Obhut der Mutter erst im Frühsommer erstmals den Bau.
In Deutschland gehört der Dachs zu den jagdbaren Arten. Laut Bundesjagdzeitverordnung darf ihm von Anfang August bis Ende Oktober nachgestellt werden. Da die vielen tausend getöteten Dachse nicht genutzt werden, plädiert der NABU allerdings für eine Abschaffung der Dachsjagd. (elg)

 

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11 Responses to “Soulrunner meets Grimbart”

  1. Lauflöwe sagt:

    Das nenne ich ja mal einen “tierischen Lauf”, Marco!
    Habe in den Hagener Wäldern auch schon so Einiges an Vierbeinern gesehen, aber ein Dachs in freier Wildbahn war mir bisher noch nicht vergönnt.
    “Deiner” schien mir allerdings ein wenig kurzsichtig oder nicht der Hellste zu sein. Erst schaut er euch ‘ne Weile an, bevor er sinngemäß merkt “Moment – das ist ja ein Hund. Ich mach mal lieber die Biege…”.
    Schon drollig… :-)

    • Bodhi sagt:

      @Löwe: ja das war er wohl… oder er hatte geradew as wirklich tolles zuzm Abendbrot gefunden und dachte jetzt anch ob es das wert wäre. Nun ja auf jeden Fall eine Geile Situation.

      Viele Grüße
      Marco

  2. Martin sagt:

    Mensch- das Glück hatte ich noch nie ! Ich finde diese Tiere wirklich toll. Nun ja vielleicht klappt es mal.

    • Bodhi sagt:

      @Martin: ich wünsche dir das es auch mal bei dir klappt. Das Laufrevier für eine Dachsbegegnung hast du ja. :-)

      LG
      Marco

  3. Steffen sagt:

    Bruderherz,
    was für ein traumhaft schöner Bericht, und so schön geschrieben, mir war als wäre ich selbst gelaufen, danke Dir dafür.
    Und was die Tierbegegnungen angeht, gibt es etwas schöneres? Ich glaube kaum.

    Also um Dein Laufrevier, sprich den herrlichen Wald, beneide ich Dich ja, aber gut, es sei Dir gegönnt. Sag mal, Du musst mal ein Laufcampus bei Euch organisieren, wäre doch mal was, so ein verlängertes WE oder so…?

    Liebe Grüße,
    Steffen

    • Bodhi sagt:

      @Bruderherz: Danke das geht runter wie Öl :-)
      Sowas schönes gibt es nur einmal (die Dachsbegegnung meine ich), aber du hast Recht damit wenn du sagst das es nichts schöneres gibt als beim laufen solche Erlebnisse zu haben. Ich bin auch sehr froh so ein Laufrevier zu haben. Das mit den Laufcapus habe ich mir auch schon gedacht. Man müßte nur einen Termin finden wo alle interessierten Zeit haben. Damit meine ich aber nur den Inneren Kreis der Soulrunner und derren Ferunde. ;-) Du weißt ja wer da alles zugehört oder? :-)
      Ich werde mal ein schönes Wochenende ausarbeiten mit ein paar schönen Strecken und dann die Leute mit Terminvorschlägen eine Email zokommen lassen.
      Das wird bestimmt schön.

      LG
      Bruderherz
      Marco

  4. Also hat das Stelldichein mit der Dachsdame doch noch geklappt und Du hast es sogar im Bild festgehalten. Das ist schlichtweg grandios! :)

    Eine Dachsbegegnung fehlt mir noch, aber ob es die hier gibt? Derartige Begegnungen bilden für mich einen Hauptgrund täglich zu laufen; Dir geht es sicher ähnlich. Was macht eigentlich Deine Soulrunningserie?

    Halte das Bild vom Dachs in Deinem Kopf fest, es wird zu einer schönen Erinnerung werden und wer weiß, vielleicht war es nicht das letzte Treffen. Die Natur ist eben unerreichbar in ihrer Schönheit.

    Liebe Grüße

    Marcus

    • Bodhi sagt:

      @Marcus: ja es hat tatsächlich nochmal hingehauen. :-) *freu*
      Es war aber ein Dachs und keine Dachsdame ;-)
      Meine Serie ist zur Zeit ein wneig löchrig ;-) , wenn du weißt was ich meine. Arbeit, Familie usw. machen es zur Zeit ein wenig schwierig täglich zu laufen. Aber das wird schon.
      Einen schönen Tag wünsch ich dir
      LG
      Marco

  5. So einen Moment kann man gar nicht in Worte fassen, aber was Du da gefühlt hast, weiß ich. :)

    Täglichlaufen ist nicht alles. Ich würde es auch nicht machen, wenn ich nicht schon so lange dabei wäre. Und so ein Satz von mir. ;) *lacht*

    Ebenfalls einen herrlichen Tag,

    Marcus

  6. Steffen sagt:

    Gute Idee, kann ja auch im Herbst oder Winter sein ;-) , denn vorher sieht es ganz schön voill aus – zumindest bei uns…

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